Anleitung zum Bau von Windsurfboards in Vacuum-Sandwich-Bauweise

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Inhalt:

Bauanleitung --> zu den Bauschritten
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Materialkunde
Hilfsmittel zum Selbstbau (Spezialwerkzeug)
Gewichte und Harzmengen
Bezugsquellen

 

 
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Wieso Selbstbau ?

Früher glänzten Serien-Waveboards, sofern sie diesen Namen überhaupt verdient haben, durch ein Gewicht von nahezu 10 kg und einen ziemlich eingeschränkten Einsatzbereich. Die Anschaffung eines Custommade-Boards oder der Selbstbau war also ein naheliegender Schritt und weitverbreitet.
Mittlerweile haben ausgereifte Shapes mit einem großen Einsatzbereich und Sandwich-Bauweise auch hier Einzug gehalten und den Custom-Markt deutlich dezimiert.
Trotz dieser Entwicklung bleibt in der kommerziellen Herstellung ein großes Manko: um ein möglichst leichtes und trotzdem haltbares Board zu erhalten ist ein sehr hoher Zeiteinsatz nötig, den später kaum ein Kunde zu zahlen bereit ist - so werden die Herstellungsschritte in der Serie dann auch eher zeit- als zielorientiert weiterentwickelt.
Manch einer spricht sogar von Pfusch, wenn er die wahre Qualität seines gebrochenes Boards unter der dicken Schicht Spachtelmasse sieht.
Welches Möglichkeiten mit einer aufwendigen Herstellung noch vor uns liegen hat auch Jürgen Hönscheid mit seinem 3,9 kg leichten Waveboard-Proto in ´98 gezeigt.
Die Vorteile eines leichten Boards: es gleitet früher und  ist durch geringere Trägheit leichter und schneller zu kontrollieren ( für die Freaks unter Euch: auch in der Luft könnt Ihr viel schneller und um andere Drehpunkte rotieren...)
Nicht zu vergessen natürlich die auf Euch anpassbaren Fahreigenschaften, Volumenverteilung, Schlaufenposition und Verstärkung in Hauptbelastungszonen eines Customs.
Wenn Ihr also neben handwerklichem Geschick und leicht perfektionistischer Tendenz auch noch eine kleine
Werkstatt zur Verfügung habt, solltet Ihr einfach mal zum Werkzeug greifen....
 
 
Probiert vor Eurem ersten Selbstbau einige Schritte
an Probestücken aus - das wird Euch später
viel Lehrgeld und Frust ersparen !!!
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Vacuum-Sandwich-Bauweise

Sandwich-Bauweise bedeutet, daß nicht nur eine dicke Laminats-Schicht den Kern umgibt, sondern diese aus verschiedenen dünnen Schichten aufgebaut ist . Auf den Kern wird eine sehr dünne, meist nur aus einer Glasfasermatte bestehende Schicht auflaminiert. Darauf folgt ein 3-5mm dicker `Abstandhalter` aus PVC-Hartschaum. Das Außenlaminat stellen dann Glasfaser- , Carbon- oder Hybridgewebe dar. Dieser Lagenaufbau ergibt ein dickes, leichtes Laminat, das deutlich höhere Kräfte als ein herkömmliches Laminat aufnehmen kann.

Der Einsatz von Vakuum (Unterdruck)  in der Aushärtungs-Phase garantiert eine luftblasenfreie Verklebung, optimale Verdichtung des Laminats und saugt überschüssiges Harz auf. Zudem fördert eine möglichst hohe Umgebungstemperatur (30-40 Grad sind bereits ausreichend) während der Aushärtung die spätere Harzfestigkeit.

Der Sandwich-Aufbau ermöglicht eine Vielzahl von Material-Kombinationen mit unterschiedlichen Einsatzzielen. Meine weitere Bauanleitung zeigt nur eine Möglichkeit des Aufbaus. Sie ist extrem stabil speziell auf meine Anforderungen mit vielen harten Landungen nach hohen Sprüngen ausgelegt und liegt bei knapp unter 6 kg Brettgewicht.
Lese für Deine optimale Materialkombination auch die  Materialkunde.

Bock auf 4,8 kg ? Einen weiteren Aufbau eines extrem leichten Waveboards findest Du hier.

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 Der Shape

Zwar gleitet ein leichtes Brett deutlich eher ( 1kg Brettgewicht entsprechen dort etwa 10kg Surfergewicht !!! ), trotzdem ist der Shape das ausschlaggebende für die späteren Fahreigenschaften. Nutzt jede Gelegenheit, verschiedene Bretter auszuprobieren und vermesst Eure Favoriten. Mit der Zeit bekommt Ihr ein Gefühl für den Zusammenhang der Design-Merkmale mit den Fahreigenschaften. Unternehmt beim ersten Board möglichst keine zu großen Experimente bei Scoop-Rocker-Linie und Kantenform, da Ihr damit auch vieles vermurksen könnt.
Einige Grundinfos zu Design-Merkmalen und deren Auswirkungen stehen u.a. auf der Webpage von Prototyp-Surfboards.

Folgende Punkte solltet Ihr in Abständen von mind. 10cm (zum Heck hin besser noch etwas dichter) vermessen:

Scoop-Rocker-Linie:
Der Verlauf des Unterwasserschiffes in Längsachse. Legt hierzu das Board auf eine ebene Unterlage(z.B. Tisch) und fixiert es gegen verwackeln. An dem Auflagepunkt ist 0, nach vorn und hinten messt Ihr dann die Aufbiegung. (hier kommt es auf Millimeter an !!!)

Dicke
bekommt Ihr sicher auch ohne Erklärung hin...

Unterwasserschiff
In modernen Shapes werden eigentlich kaum noch konkaven eingesetzt, sondern meist nur ein V im Heckbereich. Legt zur Messung eine gerade Leiste quer auf das Unterwasserschiff und messt den Abstand von Kante zu Leiste

Kante
Die Form der Kanten ist nicht ganz einfach zu messen, kann später beim shapen aber gut "vermittelt" werden.
Macht Euch einige Schablonen aus Pappe für die Kantenform und nehmt zusätzlich das Maß der Kante, wie
hoch sie von einer gedachten Verlängerungslinie des Unterwasserschiffes ist.

Tucked-under-Edge
Ist das Maß, wie weit die runde Kante (bis zur Abrisskante) in das Unterwasserschiff gezogen ist.

Outline:
Die Umrißlinie des Brettes, zu messen am genausten von der Boardmitte.

weiterhin natürlich die Positionen von Mast- und Finbox sowie den Schlaufen

Beispiel:
Skizzen zur Vermessung & Maßtabelle

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nun geht´s aber endlich ans werkeln....

Der Blank

Vorbereitungen: Schablonen für den Blank-Zuschnitt.
Die Maße von Scoop-Rocker-Linie und Dicke des Boards müsst Ihr auf eine Holz-Schablone bringen, so daß Ihr dann den Längschnitt der Boardmitte erhaltet . Nun sägt Ihr diese Schablone in zweifacher Ausfertigung genau (!) an der Linie aus. Um kleine Unebenheiten zu beheben könnt Ihr danach noch einmal mit einem Hobel oder langem Schleifbrett nachbessern.
Je präziser diese Schablone ist, desto weniger müsst ihr später am Blank (zugeschnittener Styro-Kern) korrigieren.

Solch eine Schablone könnt Ihr dann auch gleich für die Outline (reicht hier 1x und ab Mittellinie) vorbereiten.
 
 

Arbeitet schon am Blank besonders sorgsam. Jede Ungenauigkeit sieht man später auch im fertigen Board und muß gespachtelt werden - das bringt Gewicht und keine Stabilität und ist somit nicht Sinn unserer Aktion.

Unterwasserschiff
Zuerst wird das Unterwasserschiff geschnitten. Befestigt hierzu die Holzschablonen an gleicher Position rechts und links am Styro-Block. Nehmt dazu am besten Nägel, die Ihr durch Löcher in der Schablone in den Kern steckt. Jetzt langsam und gleichmäßig mit dem Heißschneidedraht an der Scoop-Rocker-Linie entlangfahren. (geht zu zweit leichter !)
Mit einem feinen Schleifbrett müsst Ihr danach noch die Oberfläche vorsichtig nachschleifen dass sie ganz glatt ist. (muß aussehen wie eine Papieroberfläche).
Nun folgt das V : markiert mit einem Marker schon einmal die Outline des späteren Boards. Zieht danach die
Holzschablone mit der Scoop-Rocker-Line im Heckbereich so weit nach unten, wie groß das V werden soll.
Entlang der Mittellinie legst Du eine Holz- oder Metallleiste und schneidest dann mit dem heißen Draht entlang
dieser beiden Führungen. (beidseitig). Zum Schluß noch mit dem Schleifbrett nacharbeiten und zwischendurch
auf Symmetrie prüfen.

kurz vor dem Schnitt des V

Lasst die Holzschablonen vorerst an dem Blank - somit verzieht sich das Board im folgenden Schritt nicht.
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Sandwich im Unterwasserschiff
Spachtelt das Unterwasserschiff mit ca.100g Harz, angedickt mit vielen Mikroballons (bis es sehr dickflüssig ist) und lasst es leicht anhärten (bis es backsig ist). So kann das Styropor nicht zuviel Harz aus der folgenden Matte aufnehmen.
Bereitet in der Zwischenzeit die Sandwichplatte mit einer Dicke von 3mm (für intensiven Waveeinsatz besser 5mm) vor, indem Ihr sie etwas größer als die spätere Outline zuschneidet. Zeichnet die Mittellinie an und schneidet sie im Bereich des V mit einem Messer leicht an, damit sie dort winkelig knickt.
Nun wird das innere Glasgewebe (1 Lage Glas mit ca.165g/qm) auflaminiert. Ihr könntet dazu zwar auch
`teureres` Gewebe nehmen, lohnt sich dort aber noch nicht unbedingt. Wichtiger sind 2-3 durchgehende
Längs-Stringer aus schmalen Carbon-Kevlar-Streifen (6 bis 8cm breit), die parallel zur Mittellinie gelegt werden
sowie eine Kohlefaser-Verstärkung im Heck für die auftretenden Hebelkräfte der Finnenbox.
Bringt das Harz mit einem Schaumstoff-Roller auf das Gewebe auf, bis es gleichmäßig getränkt ist. Das ist der Fall, wenn die Glasfaser keine weißen Stellen mehr aufweist.Ihr benötigt für diesen Schritt etwa 350g Harz. Legt dann die Sandwich-Matte auf und sichert sie mit Klebeband gegen verrutschen. Nun schnell den Vacuum-Sack darüberstülpen und ca. 6 Stunden bei 0,1 bar in möglichst hoher Temperatur (z.B.Heizungsraum) härten lassen.
 
 

Damit sich beim ersten Vakuum die  Bodenlinie des Brettes nicht verziehen kann, lege ich es beim Aushärten wieder in des Gegenstück des Styropor-Blocks und beschwere es. Zudem bringen die seitlichen Holzschablonen noch Stabilität.
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Deck (grob)
Als nächstes wird das Deck in der gleichen Weise geschnitten wie vorher das Unterwasserschiff. Denkt beim Ansetzen der Schablone daran, daß die Sandwich-Lage 4mm zusätzliche Dicke bringt.


Outline & Shape
Mit der Outline-Schablone rechte und linke Seite mit einem Marker auf das Unterwasserschiff aufzeichnen und mit einer Stichsäge aussägen. Dann mit dem E-Hobel begradigen und mit dem Schleifbrett glätten. Nun werden Kante und Tucked-under-Edge aufgezeichnet. Die Schablonen von Outline und Scoop-Rocker-Linie eignen sich bestens zur Verbindung der eingezeichneten Punkte aus der Masstabelle für dieses Board.

Für das shapen von Deck und speziell den Kanten solltest Du Dir sehr viel Zeit nehmen und das Zwischenergebnis immerwieder kontrollieren. Schaum, den Du zuviel weggehobelt hast, kannst Du nur schwer wieder ersetzen. Besonders die Kanten im Bereich der Sandwich-Platte erfordert sorgsames vorgehen, damit sie durch den Übergang von hartem auf weiches Material nicht eckig geschliffen werden !!!
Den groben Shape kannst Du mit dem Elektrohobel erstellen. Achte besonders auf ein symmetrisches arbeiten an beiden Seiten. Dicht am beanbsichtigten Maß solltest Du dann die Schleifbretter mit unterschiedlicher Körnung bevorzugen. Mache Dir von den Kanten Papp-Schablonen, mit denen Du beide Seiten auf Symmetrie prüfst.
Sehr gute Ergebnisse erziele ich mit Schleifschablonen aus dickem Hartschaum, in die ich Schleifpapier klebe und dann größere Kantenbereiche absolut gleichmäßig hinschleifen kann.
Eine harmonische Krümmung des Decks erhältst Du mit einem langen Stück Schleifpapier, das Du einfach
leicht über das Deck ziehst.(siehe oberstes Foto auf dieser Seite). Als beste Form des Decks empfehle ich ein Domedeck (leicht parabelmäßig geformt, wie die Decken von Kathedralen). Sie garantiert neben einer hohen Kraftaufnahme auch eine gute Orientierung auf dem Deck, weil man mit den Füßen die Mittellinie des Boards immer fühlt.

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Decks-Sandwich
Klebe einen breiten Klebestreifen auf das Untewasserschiff entlang der Tucked-under-edge-Kante. Besonderheit zum Sandwich im Unterwasserschiff ist, daß die Platte unter Hitze vorgebogen werden muß. Umwickelt nun das Board zuerst mit Alufolie - sie dient als Hitzeschild gegen das Schmelzen des Styropors durch den Heißluftfön.

Dann wird die vorgeschnittene 3mm dicke Sandwichplatte mit Hilfe des Heißluftföns an die Decksform angepasst. Zieh dabei die Platte um die Kanten herum bis  etwa 3-4 cm in das Unterwasserschiff hinein. Dann Platte wieder wegnehmen, Alufolie entfernen und zum laminieren die bereits bekannten Schritte aus der U-schiff-Verklebung wiederholen.
Ich wähle hier folgenden Lagenaufbau unter der Sandwichmatte: 105er Glass ganzflächig / 2 Carbon-Kevlar-Stringer à 6 cm / Carbonpads im Stand- und Mastboxbereich  / zusätzlich 105er Glass auf die Kanten. Der Harzverbrauch liegt bei etwa 320g.
Danach wieder ab in den Vacuumsack und etwa 0,2 bar Unterdruck für 6-8 Stunden

Nach der Aushärtung kannst Du das Klebeband im Unterwasserschiff anheben und die überstehende Sandwichmatte plan schneiden und schleifen.
Der Endschliff der Kantenform folgt nun genauso wie eine Kontrolle der Oberfläche, denn ab jetzt behält Dein Board seine Form.

Boardnase
Ein unzerstörbare Nose baust Du am besten aus einem Stück Hartschaum. Säge die bisherige Nase ab und klebe mit Epoxid-Harz und ein wenig Glasfasermatte ein Stück Hartschaum bündig an (Fixierung am besten durch 2 Zahnstocher, die Du durch den Schaum steckst). Nach Härtung des Klebers die neue Nase in Form sägen & schleifen. Achte auf eine runde, stumpfe  Form, sonst  killst Du später die Segel.

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Einbau der Inserts

Generell:
Baut für die Mast- und Finbox zuerst eine Verkastung aus PVC-Hartschaum. Klebt dazu die Kästen mit mehreren Lagen Kohlefasergewebe so ein, daß die auftretenden Kräfte großflächig verteilt werden, d.h. bei der Mastbox nach unten und der Finbox seitlich. Die Verkastung der Finbox muß zudem so lang sein, daß Ihr sie durch das komplette Brett, also auch durch das Deck hindurch, bauen könnt. Nur so verhindert Ihr ein ausbrechen auch bei Grundberührung der Finne.
Die Löcher für die Inserts im Brett sollten nur so groß wie unbedingt nötig sein. Andernfalls wird´s durch viel Harz nicht nur schwerer, sondern vielmehr wird die Reaktionstemperatur größerer Harzmengen das Styropor zum schmelzen bringen !!!
Das Harz muß mit Mikroballons angedickt werden- dann fließt es nicht weg, hat ein geringeres Raumgewicht und nicht so hohe Reaktionstemperaturen.
Nach Aushärtung der Kästen natürlich alles gut verschleifen. Indem man vorher Tape um die Aussparungen klebt spart man sich zudem viel Schleifarbeit durch verlaufenes Harz.

Mastbox
Dieser Kasten muß besonders gut gegen  Druck von oben ausgelegt sein, sonst können leicht Delaminationen (Gewebelage trennt sich von der Sandwich-Platte) auftreten und das Board saugt Wasser. 
Schneidet mit einem gekürzten Stichsägeblatt das Loch für den Finbox-Kasten. Das seitliche Spiel sollte
ca.1-2mm betragen. Nachdem ich diese eigentliche Aussparung fertig habe baue ich noch Hartschaum-Stege bis auf das Unterwasserschiff hindurch (siehe Bild). Streicht den Einbauschacht mit etwas Harz ein, das Ihr dann anhärten lasst (unterbindet Harzaufnahme des Styro-Kerns).
Beim Eingiessen des Kastens (natürlich das Harz mit vielen Mikroballons andicken) lege ich die Matten so in die Aussparung, daß sie auf dem Deck auslaufen.

Finbox
Diese Box muß gegen extreme seitliche Kräfte ausgelegt sein. Deswegen wurden ja auch schon Extra-Lagen unter das Sandwich gelegt. Die Aussparung wird ganz gerade und ebenfalls durch das Deck hindurch !!! gesägt. Zur Ausrichtung der Verkastung ein gerades Holzbrett mit exakter Dicke der Finnenbasis in den Kasten stecken und sowohl in Längsausrichtung zur Nose als auch in der Senkrechten zu den Kanten millimetergenau ausrichten und mit kleinen Keilen zu fixieren.
Dann wiederum mit angedicktem Harz  und  Gewebematten, hier am besten Kohlefaser, den Kasten eingiessen. 
Die Decks-Seite, die beim Eingiessen unten liegt, klebe ich vorher gegen auslaufendes Harz sorgfältig ab.
Solltet Ihr Probleme bei der Ausrichtung haben ist es ggfs. einfacher, die Finbox noch nicht fest in die Hartschaum-Verkastung zu verkleben, sondern erst später in einem separaten Arbeitsschritt.

Zum Schluß die Inserts plan mit der Oberfläche verschleifen. In die Schienen der  Boxen Styropor und in die Löcher der Schlaufenplugs gekürzte Streichhölzer (ca. 1mm herausschauend) stopfen, damit beim laminieren kein Harz hineinläuft und ihr die Bauteile später problemlos freilegen könnt. 
Tip:Wenn Ihr die Oberfläche zudem mit Edding kennzeichnet, findet ihr besonders die Pluglöcher leichter wieder, denn die Farbe zieht sich durch das Harz.

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Aussenlaminat

Zuerst wird das Unterwasserschiff laminiert, nach der Aushärtung in einem weiteren Vacuum-Gang dann das Deck. Die Gewebematten überlappen sich im Kantenbereich, denn diese sind später an Land besonderen mechanischen Einflüssen ausgesetzt.

Überlappung der Gewebelagen
Zur Vorbereitung spachtele ich die Sandwichplatten mit angedicktem Harz - somit ist auch hier wieder das Aufsaugen von zuviel Harz verhindert und trotzdem eine weitere Wassersperre bei eventuellen Beschädigungen des Aussenlaminats gewährleistet. Wenn die Oberfläche backsig ist werden die Gewebematten schichtweise aufgelegt und erneut mit der Rolle mit Harz getränkt. Dies sollte sehr sorgsam geschehen um weder zu wenig noch zuviel Harz aufzubringen (wobei zu wenig deutlich katastrophaler wäre)  - trotzdem müsst Ihr euch beeilen, damit das Harz nicht schon vor dem Vacuum-Gang anhärtet !!!
Die Aufgelegten Matten erst in der Mitte tränken und dann nach aussen vorarbeiten - so verhindert man Luftblasen. Bevor die Kanten getränkt werden, musst Du noch das Gewebe zurechtschneiden. Achte auf einen gleichmässige Überlappung und bei mehreren Lagen darauf, dass die Schnittkanten nicht genau aufeinander liegen und einen Wulst bilden.

Im Unterwasserschiff verwende ich eine ganzflächige 165er Kohle-Lage sowie eine Kohle-Lage im Hauptbelastungsbereich (ca. 70-140cm von Heck). Zudem eine ganzflächige 105er Glass-Lage und 2 Glass-Verstärkungen über den Finnenkasten.
Im Deck:
160er Carbon-Kevlar ganz
165er Carbon im gesamten Standbereich
Carbon-Kevlar-Pads unter Fußschlaufenbereich
105er Glasfaser ganz
105er Glass-Streifen auf Kanten 
(als Schleifschicht für CK-Absatz - s.u.)
 
 

Da sich Kevlar kaum schleifen lässt, solltet Ihr diese Lage nur etwa bis zur Mitte der Kante reichen lassen, um die Schnittkante später komplett unter Glass liegen zu haben.

 

Nachdem die jeweilige Seite laminiert ist solltet Ihr möglichst schnell das Vacuum anlegen.
Zuerst wird das Abreissgewebe (ein glattes Polyamid-Gewebe) auf das Laminat gelegt. Dieses ist nach der Aushärtung problemlos abziehbar und bietet einen perfekten Haftgrund für weitere Gewebelagen oder das Topcoat. Danach wird noch das Aufsaugvlies aufgelegt, das das überschüssige Harz aufnehmen wird. Beides glatt streichen und mit Klebeband gegen Verrutschen sichern. Nun wie schon beim Vakuum für die Sandwichplatten den Schlauch überziehen, abdichten und bei möglichst hoher Temperatur ca. 6 Stunden bei 0,2 bis 0,3 bar Unterdruck aushärten lassen.
Achtung: den Luftschlauch nicht auf der Seite verlegen, die Ihr gerade laminieren wollt !!! (gibt einen häßlichen Krater)

Die Glassmatte, die vom Deck in das Unterwasserschiff hinein gelegt wurde, muss mit der übrigen Gleitfläche plan verschliffen werden.

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Das Finish

Topcoat
Um das Gewebe zu schützen und eine glatte Oberfläche zu erreichen wird das Board nun noch versiegelt . Zwar geht das auch mit Leichtspachtel, jedoch bringt Epoxyd- oder Polyester-Topcoat (wie Laminierharz, jedoch mit einer wässrigen Konsistenz) deutliche Vorteile: es ist durch die dünne Schicht kaum schwerer und die Oberfläche ist härter und kann absolut kein Wasser aufnehmen, was bei Spachtel durch die offenporige Struktur der Fall ist. Da kann man die etwas schlechtere Schleifbarkeit gern in Kauf nehmen.
Das Topcoat sollte kuz vor der Verarbeitung erwärmt werden, weil es dadurch noch dünnflüssiger wird und in alle kleinen Pinholes läuft. Dann mit einem breiten Pinsel im Kreuzgang auftragen. 
 

Es ist beim Kauf des Topcoats darauf zu achten, daß es völlig klebfrei aushärtet (besonders bei Polyester-Harz) - sonst ist ein späteres Schleifen fast unmöglich.
Hohe Temperatur und die Zugabe eines Entlüftungs-Zusatzes bringen zusätzliche Härte.

Dann kann des Brett den Endschliff erhalten. Eine Exzenterschleifer mit großem Schleifteller erfüllt hier an den großen Flächen sehr gute Dienste. Schleift die Oberfläche nur plan & versucht, möglichst wenig der Glassschicht abzutragen. Wenn Euch noch kleine Dellen oder Löcher auffallen können die einfach mit Feinspachtel geglättet werden. Vergesst natürlich auch den Schliff der Kanten am Übergang zur Gleitfläche nicht, denn meist sind sie jetzt noch sehr scharf. Das ist zwar gut für ein sehr direktes Fahrgefühl, bei Waveboards aber nicht unbedingt gewollt...

Die Löcher für die Schlaufen-Schrauben und die Boxen müssen freigelegt werden. Wichtig ist ein deutliches Anphasen der Kanten um die Finbox herum, damit die Finne nicht am Laminat anliegt und es hochhebeln kann.
 
 

Das Endergebnis
Lack
Am besten hat sich 2-Komponenten-Autolack bewährt. Vor dem Farblack muß das Board absolut sauber und fettfrei sein und ein Kunststoff-Primer aufgespritzt werden. Ich arbeite mit einer Spritzdüse von 0,7 bis 1,2 mm Durchmesser und mittlerem Druck. 

Standfläche
Nach Aushärtung des Lacks über Nacht  kommt dann noch der Standlack. Perfekte Ergebnisse liefert sehr dünn aufgerolltes Laminier-Harz (nur ca. 50g), dass dann mit Salz bestreut wird. Nach Härtung das Salz auswaschen und die Standfläche vorsichtig mit feinem Sandpapier auf den gewünschten Grip entschärfen. Footpads aufkleben und - 
That´s it !!!
 
 

 


 
 

Und noch ein elementarer Tip:
Fange einen Arbeitsschritt am Board garnicht erst an ,wenn er Dir nicht ganz klar ist. Dafür gibt´s  Deine eigenen Teststücke oder hol Dir den Rat eines erfahreneren Shapers.

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Specials: weitere Bau-Features für Perfektionisten

    Legt einzelne Kohle- und Kevlar-Fasern in Diagonalrichtung auf den Blank, wo besonders große Längskräfte bei Landungen auftreten (zwischen Schlaufen und Mastbox) 

    Spachtelt die Sandwichplatte auch von der Innenseite an den Hauptbelastungszonen mit angedicktem Harz
    (U-schiff bei 70-140cm v. Heck und Deck unter Standbereich) - bringt zusätzliche Versteifung.

    Sandwich-Platten sind auch mit etwas geringerem Raumgewicht erhältlich (ca. 60 kg/qm). Der Einsatz in weniger belasteten Zonen, etwa im Deck vor der Mastspur, spart noch einmal etliche Gramm Gewicht.

    Der Einbau von Fin- und Mastbox gelingt mit noch weniger Harz bzw. stabiler, wenn die Aussparungen im Blank noch mit passenden dünnen Sandwick Platten ausgelegt werden.



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